Wenn du auch eine gesunde Portion Unternehmer ADHS hast und den verrückten Affen in dir, der ständig neue Ideen spinnt, kaum zähmen kannst, dann kennst du sicher folgendes Problem:

Du hast großartige und viele Ideen, die du umsetzen willst. Aber die meisten deiner Projekte bleiben halbfertig und unbeendet liegen.

Wie bleibe ich bei meinen Projekten dran und was mache ich mit den fünfzig anderen Ideen, die ich noch im Hinterkopf habe?

Diese Frage stelle ich mir selbst häufig.

Die wahre Tragweite dieses Problems ist allerdings weitaus größer, als du jetzt noch vermutest.

  • Neue Strategien
  • rasante Trends
  • permanente Verfügbarkeit und Vernetzung …

Durch die enorme Bandbreite an Möglichkeiten, nicht zuletzt durch die digitale Transformation selbst, bietet sich uns in jedem Moment eine Vielzahl von Optionen.

Jeden Tag gibt es neue Chancen für

  • revolutionäre Businessideen
  • aufregende, persönliche Projekte
  • Produktgestaltungen
  • etc.

Wie bringe ich meine Idee zum Abschluss?

Klar. Alle Wege führen nach Rom.

Es macht aber einen Unterschied, ob ich in 3 Tagen oder in 3 Jahren dort bin!

Die meisten werden aber nicht ans Ziel kommen, weil sie entlang des Weges viermal abbiegen und dann irgendwann in der Gosse landen (Burn-Out, Überwältigung, Depression, Frustration, etc.).

Dabei läuft es ungefähr so ab:

  1. Du hast gerade eine brillante Idee für ein Business oder ein Produkt. Du recherchierst Stunden über Stunden, um dich in die Materie einzuarbeiten. Die nächsten Wochen bist du total enthusiastisch und voll begeistert. Schlägst dir die Nächte um die Ohren und arbeitest an deiner Idee was das Zeug hält.
  2. Du bist im Flow und denkst permanent an dein Projekt. Es ist ein herrlicher Zustand. Du lernst ständig dazu und erweiterst deinen Horizont. Du fühlst dich großartig. Was es zu lernen gibt, lernst du schnell und ohne große Probleme. Wie ein Schwamm saugst du Informationen auf. Es läuft.
  3. Du gehst All-In. Opferst Zeit und Ressourcen. Gibst Vollgas! Über Wochen beschäftigst du dich weiter mit dem Thema und bist Feuer und Flamme. Es geht wirklich was weiter und du hast ein gutes Gefühl, weil sich in kurzer Zeit schon so viel getan hat.
  4. Dann merkst du, dass es irgendwie nicht so weiter geht, wie du es dir vorstellst. Das Feuer ist verschwunden. Der Enthusiasmus ist weg. Dein ursprüngliches Interesse ist einem „Was mache ich hier eigentlich?“ gewichen. Das, was vorher neu war ist dir jetzt altbekannt und du verlierst die Lust.

Ein weiteres Projekt bleibt halbfertig liegen und wird vermutlich nie zum Abschluss kommen. Aber kein Problem. Du hast ja schon wieder zahlreiche neue, gute Ideen.

Kommt dir das bekannt vor?

Vermutlich!

Die meisten Menschen, die ich kenne (inklusive mir), befinden sich in einem unentwegten Bestreben, die Kräfte in Balance zu halten, die zu diesem Verhalten führen.

Und ich verstehe es auch, wieso es passiert, wie es passiert.

Der Flow, das Neue, der enorme Wachstum. Es geht etwas weiter und das ist richtig geil.

Ehrlich gesagt wünschte ich mir, dass mehr Menschen diese Seite in sich ausleben würden. Gäbe es mehr „Verrückte“ und weniger intellektuelle Trittbrettfahrer würden wir viele sinnlose Probleme nicht wälzen müssen.

Aber die Welt ist kein Ponyhof und nur wer Hände hat, bekommt einen Keks.

Ich weiß, dass du bemüht bist, dein Potenzial voll auszuleben, um etwas zu bewirken. Mir geht es genauso. Du hast auch das Zeug dazu, etwas zu bewegen. Daran scheitert es nicht.

Das Problem ist folgendes …

Wir verpulvern unser komplettes Potenzial sinnlos, wenn wir uns zu sehr hinreißen lassen

Dann bleibt uns kaum mehr Energie für das, was wirklich von Bedeutung ist.

Nicht nur das.

Ständig mit vollem Enthusiasmus an Projekten zu arbeiten, die dann langsam verglühen kostet unfassbar viel Energie.

Weil selten gewünschte Resultate zu sehen sind, fühlt man sich frustriert und deprimiert. Das Gefühl, man würde bei jedem Handgriff scheitern, obwohl man innerlich weiß, dass man das Zeug dazu hat.

Selbstzweifel und der innere Kritiker geben dir dann den Rest, indem sie auf dich eintreten, wenn du ohnehin schon am Boden liegst.

Obwohl du eigentlich ein ordentliches Feuer anzünden wolltest, um das ganze Dorf mit Licht und Wärme zu versorgen, wurden stattdessen viele kleine Waldbrände von dir gelegt.

Zu viele Projekte anfangen erzeugt einen Waldbrand

Ständig halbfertige Projekte zu produzieren ist als ob du herum läufst und überall kleine Brände legst, obwohl du es einfach nur warm und gemütlich haben willst

Die Schattenseiten des vorher beschriebenen Verhaltens ist, dass im Endeffekt gar nichts langfristig umgesetzt wird.

Ganz im Gegenteil. Chancen werden vergeben und Potenzial wird vergeudet.

Folgendes Beispiel von mir werde ich näher auseinandernehmen …

Mein Buchprojekt Perception – Manifest gegen die Vergeudung von Potenzial

Was war ich motiviert, als mir der „Geistesblitz“ für dieses Werk gekommen ist. Es war November 2015 und ich war gerade mitten in einer Phase der Neuorientierung und Neustrukturierung meines Unternehmens und Wirkens mit Projekt Phoenix.

In dieser Zeit befasste ich mich viel mit der Frage

„Wie bewirke ich den Unterschied in der Welt, den ich sehen möchte?“

Die Gedanken führten mich zu vielen Wegen, doch auf einmal erschien es mir, wie ein Silberstreifen am Horizont:

Ein Manifest, dass meine Ansichten und Lösungsansätze mundgerecht kommuniziert und idealerweise wie ein Lauffeuer durch die Welt geht („Das geht viral!“ Denken in seiner Höchstform)

Perception - Manifest gegen die Vergeudung von Potenzial und Lebenszeit hin zur Verwirklichung deiner Vision

Wenn du Projekte mit kometenhafter Geschwindigkeit startest, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass dein Enthusiasmus schnell verglüht

Wie die meisten Menschen war ich immer schon fasziniert von der Idee, ein eigenes Buch zu schreiben. Jetzt war offenbar der perfekte Zeitpunkt gekommen.

Pünktlich zum geplanten Relaunch meiner Website (das hatte ich ja auch noch am Laufen), dafür war Mitte Jänner 2016 angesetzt, wollte ich das Manifest fix fertig haben.

Daher galt es keine Zeit zu verlieren.

Blinder Aktionismus, der mich auspowerte

Ich stürzte mich rein in die Prinzipien erfolgreicher Schriftsteller, lernte alles, was ich über Joseph Campbell’s Heldenreise erfahren konnte … und legte los.

Ich

  • entwarf die grobe Outline für das Buch
  • berief eine quick and dirty Crowdfunding Kampagne ein (danke für eure Unterstützung, es soll euch kein Nachteil sein)
  • gab mein neuestes Vorhaben kund
  • stellte eine Art Betalesergruppe zusammen und
  • erhielt im großen und Ganzen sehr gutes Feedback.

Meine kreative Ader war in ihrer Höchstform.

Innerhalb von 2 1/2 Wochen habe ich den ersten Entwurf meines Manuskripts erstellt.

Ein Werk mit über 45.000 Wörtern.

Ein durchschnittlicher Roman hat 70.000 – 100.000 Wörter. Es lief also ziemlich am Schnürchen und ich war richtig heiß und überzeugt, die Deadline mit Jänner zu schaffen.

Wunschdenken trifft Realität

Doch dann wurde der Aufwand immer mehr. Unabsehbare Herausforderungen kamen. Dezember ist auch wirklich kein gutes Monat, um für ein Lektorat, Korrekturat und Buchdesign anzufragen, dass innerhalb von 2 Wochen umgesetzt werden sollte.

Ich wollte nicht irgendeinen Mist raushauen. Es musste ein gut durchdachtes, professionelles Werk werden.

Dafür hatte ich noch 3 Wochen Zeit.

Schleichend wurde mir nach und nach klar:

Es war wieder einmal passiert.

Das Resüme meines kreativen Krieges

Ich hatte mich

  1. in eine Idee verliebt
  2. mich Hals über Kopf hineingestürzt und
  3. jetzt hatte ich den Scherbenhaufen vor mir.

Ich war überwältigt vom Arbeitsaufwand und den Schritten, die noch vor mir lagen.

Die Motivation und Freude waren verblasst und nicht mehr auffindbar. Der Enthusiasmus wich einem „Oh Gott, das ist alles zu viel für mich!“

Glücklicherweise war ich reflektiert und bewusst genug darüber, die Reißleine richtig zu ziehen und es entsprechend zu kommunizieren.

An der Verbreitung meiner Message liegt mir enorm viel. Ich weiß auch, dass ich ein Manifest dieser Art definitiv veröffentlichen werde. Doch beim nächsten Mal mit mehr Verständnis über Buchmarketing.

Eines ist gewiss: die Unterstützung der Projekt Phoenix Community war nicht vergebens.

Aber wir tun uns selbst und niemand anderem einen Gefallen, wenn wir unsere Projekte übers Knie brechen. Ganz im Gegenteil.

Diese übereilte Unternehmung kostete mich

  • 3 Wochen Arbeitszeit
  • viele Nerven und
  • noch viel mehr Energie

mit dem Endresultat, dass ich fast fünfzigtausend Wörter auf meiner Festplatte produziert habe, die (noch) nicht wirklich zur Anwendung kommen.

Das gleiche passiert aber vielen anderen Menschen da draußen Tag für Tag ebenfalls. Großartige und gute Ideen werden in den Boden gerammt, weil sie aus den falschen Gründen gestartet und mit keiner wahren Intention vorangetrieben werden.

Nicht zuletzt deswegen bin ich ein großer Fan von Preselling, wo ich meine Ideen wirklich validieren kann, indem Menschen ihr Vertrauen in die Idee finanziell unterstützen.

Etwas starten ist nicht schwierig – etwas zu Ende bringen schon

Alle halbfertigen Projekte, schubladengerechte Ideen und halbgare Visionen fressen deine Ressourcen auf. Zeitlich, geistig und körperlich.

In ein Haus, dass nur zur Hälfte gebaut wurde, kannst du nicht einziehen (oder es vermieten).

Gehe also achtsam mit deinen Ressourcen um. Verschwende dein kreatives Potenzial nicht zu sehr in blinden Aktionismus.

Deswegen konzentrieren wir uns lieber darauf, wie wir unser kreatives Potenzial wirklich ausschöpfen:

Dein kreatives Feuer in dir zu kanalisieren ist eine Fähigkeit, die du dir aneignen kannst

Bewirke Nachhaltiges mit deiner Message und lerne, dein inneres Feuer in die richtigen Bahnen zu lenken.

Vielseitig und kreativ zu sein ist keine Ausrede dafür, nicht an dieser Fähigkeit zu arbeiten.

Willst du dein Potenzial wirklich entfesseln, führt kein Weg daran vorbei.

Welche Erfahrungen hast du bereits im Umgang mit deinem kreativen Feuer gemacht? Welche Strategien haben sich für dich bewährt und welche nicht?