Jahre hätte ich mir sparen können. Oder vielleicht doch nicht? Ich weiß nicht ob alle vorangegangenen Schritte notwendig waren, doch entscheidend waren die Momente in denen ich die richtigen Fragen gestellt habe.

Der wesentliche Unterschied und die Entwicklung die ich in den letzten Jahren machte, war die Art wie ich meine Fragen bezüglich meiner Lebensziele stellte. Anstatt den „weg von“ verwende ich nun den „Hin zu“ Ansatz. Dieser erlaubt mir konkrete Handlungsschritte für mich zu finden und umzusetzen. Als ich mir nur Gedanken darüber gemacht habe, wie schlecht es in meiner aktuellen Situation ist, dachte ich ständig an das Problem selbst und vergaß eine adäquate Lösung zu suchen.

Ein kleiner Rückblick:

Nachdem ich mit dem Bundesheer fertig war, bin ich zu meiner ersten großen Reise in Europa aufgebrochen. 4 Wochen lang die Welt erkunden. Ich war inspiriert, begeistert, motiviert und frei. „So ein Leben möchte ich leben“, habe ich mir gedacht.

Als ich zurückkam habe ich den erstbesten Job in einer Leasingfirma angenommen.

Punkt!

Ohne zu überlegen. Nach der HTL (höhere Schule mit Berufsausbildung) gehst du studieren oder suchst dir einen Job. Das macht man halt so!

Glücklicherweise war die Firma nicht in der Lage mich zeitgerecht zu vermitteln und ich war frei zu gehen. Während dieser Phase merkte ich rasch, dass ich keinen wirklichen Enthusiasmus für reine Technik aufbrachte und so habe ich mich das erste Mal so richtig mit der Frage beschäftigt:

Was möchte ich eigentlich tun?

Und da Reisen bei mir noch immer ganz oben auf der Liste stand und ich mehr den Austausch mit Menschen bevorzuge fiel mir vorerst nichts besseres ein, als mir einen Job zu suchen, bei dem ich reisen konnte.

Ein paar Monate später hatte ich diesen Job.

Technischer Vertrieb bei der voestalpine. Das war eine sehr interessante Zeit, in der ich viel lernte. Ich bekam die Gelegenheit ein paar mal nach China und in andere Länder zu reisen.

Und dann: Stahlkrise 2008.

Einbruch der kompletten Branche. Auslastung in der Arbeit: gefühlte 2,4%. Nicht sehr viel zu tun, den ganzen Tag lang und trotzdem war es notwendig, dass ich im Büro bin, denn schließlich wurde ich “dafür” bezahlt.

Und da habe ich das erste Mal erkannt, wie verkehrt das Ganze hier läuft und wie wenig ich davon Teil sein wollte. Ich sitze also in diesem Büro, meine Lebenszeit geht den Bach runter und das für ein paar hundert Euro in der Woche. Die Chance auf Herausforderungen und Entwicklung war drastisch gesunken und es war kein Land in Sicht.

Nicht mit mir.

Also: Bewerbungen geschrieben um neue Wege zu beschreiten.

Ein paar Monate später sitze ich in einer neuen Firma. Ebenfalls wieder mit Aussicht auf Reisen. Zu Beginn top motiviert, so wie es oft ist, wenn manwo anfängt. Und schon bald passiert, was passieren musste. Einbruch der Branche. Schon wieder.

Ernsthaft zu diesem Zeitpunkt hatte ich überlegt mich an den meistbietendsten Lobbyisten zu verkaufen, der mich dann in die Branche rein bringt, deren Untergang er wünscht. Es war wie verhext.

Meine Tätigkeit in der Firma begrenzte sich auf wiederkehrende und für mich unterfordernde Aufgaben, die letztlich zu einer gefährlichen Spirale führten: Resignation und Unmut. Die sehr positive Stimmung änderte sich im Laufe der Monate. Ich habe über die Firma geschimpft, die Arbeit, die anderen Kollegen, und was mir sonst noch so über den Weg lief. Das Problem lag ganz offensichtlich nicht an mir (*Sarkasmus*).

Ich fragte mich den ganzen Tag wieso es hier so schlecht ist und wie es denn woanders wäre, usw.

Wir alle waren in einer permanenten negativen Stimmung wo es nur mehr darum ging, Fehler und Schlechtes woanders zu finden und darauf herum zu hacken. Ich war demotiviert, unzufrieden und jeden Tag in die Arbeit zu fahren, kotzte mich an, weil nichts von dem was ich tat, irgendeine Bedeutung mehr für mich hatte.

Ich musste etwas tun.

Das Problem erkennen ist der erste Weg zur Besserung

Vor ca. 2 Jahren habe ich gekündigt und bin mit meiner Freundin ein Jahr lang in Asien, Australien und Neuseeland gereist. Diese Reise war unglaublich. Lehrreich, abenteuerlich und unvergesslich. Die Erfahrungen und Erkenntnisse die ich in dieser Zeit erlangt habe, hätte ich in Jahrzehnten nicht bekommen. Ich wollte etwas bedeutungsvolles machen, sobald ich wieder zurück in Österreich war, dass wusste ich. Etwas, das mir Freude bereitet und das den ganzen Tag machen könnte.

Das einzige Problem dass ich hatte, war: Ich wusste nicht, was das ist.

Während dieser Zeit habe ich erkannt, dass ich damit nicht alleine bin. Das es vielen da draußen genau so geht. Sie verbringen ihre Zeit in Jobs die sie hassen und schaffen es dennoch nicht, den Sprung ins Ungewisse zu machen. Viele haben große Träume, Ideen und Wünsche die sie eigentlich realisieren wollen. Und sie kämpfen mit den gleichen Problemen. Sie würden gerne, doch sie können aus irgendeinem Grund nicht. Schon alleine wenn wir auf Urlauber trafen, hatten wir oft sehr ähnliche Unterhaltungen, über die zahlreichen Gründe weshalb es in ihrem Fall nicht möglich war eine derartige Unternehmung zu machen. Ich kannte diese Ausflüchte nur zu gut, war ich doch vor nicht allzu langer Zeit genauso eingestellt.

“Jetzt geht es beruflich nicht, aber irgendwann…, ich würde das gerne machen, aber ich habe zu wenig Geld, …”. etc.

Zurück im alten Umfeld hatte ich wieder ähnliche Probleme wie vorher. Ich wusste, dass ich etwas Eigenes, für mich bedeutungsvolles leisten wollte. Doch ich hatte keinen Zugang und kannte keine Möglichkeiten wie ich das anpacken sollte. Monate des Probierens, des Scheiterns und des Zweifelns folgten.

Mir fehlte noch immer die Information, was ich tun wollte.

Wer die richtigen Fragen stellt bekommt auch die richtigen Antworten

Während meiner Weltreise traf ich viele Menschen mit interessanten Leben und Geschichten und ich war inspiriert.

Was versetzt mich so richtig in Begeisterung?

Beraten, lehren, coachen und andere dabei unterstützen ihre Ziele zu erreichen.

Seit ich mich erinnern kann, habe ich bei allen Sportarten und Aktivitäten schnell begonnen, anderen das Wissen zu vermitteln. Das bereitet mir richtig Freude. Nun wurde klarer, in welche Richtung ich weiter gehen musste. Ich fokussierte meine Energie darauf, mich im Consulting selbstständig zu machen und bin dadurch endlich in der Lage, Menschen bei der Erreichung ihrer Lebensziele tatkräftig und effektiv zu unterstützen. Ich erweitere mein Wissen um Kommunikation und Coaching. Und nicht zuletzt war ich immer davon überzeugt, dass ich eine Plattform und gemeinsame Basis gründe. Das Resultat kennt ihr bereits: Projekt Phoenix.

Ganz egal wie lange es dauert aber sobald du anfängst die richtigen Fragen zu stellen, fällt es dir auch leichter auf die richtigen Antworten zu kommen.

Wenn du mit deiner aktuellen Situation nicht sehr zufrieden bist, denkst du dann an das Problem oder wohin du gehen willst?