Eine Schweizer Uhr ist ein Kunstwerk. Auf der ganzen Welt wird sie für ihre Präzision und Kreativität wertgeschätzt.

Alles in ihr greift nahtlos ineinander und bildet eine atemberaubende Einheit aus Design, Ästhetik und Funktion.

Ein zeitloses Meisterwerk für die Ewigkeit.

Als digitale Unternehmer wünschen wir uns so etwas.

Aber nicht für’s Handgelenk. Wir wünschen uns, dass unser Business läuft wie ein Schweizer Uhrwerk!

Stell dir das einmal vor:

  • Traffic, der wie ein Schwall aus Mich und Honig auf die Website einschießt
  • eine exponentiell wachsende Zahl an E-Mail Abonnenten
  • steter Verkauf, ohne dass wir einen Finger rühren
  • das Business wächst und gedeiht

Wir müssen nur noch zuschauen und die Früchte ernten.

Ein herrlicher Tanz aus Automatisierung, ein Wechselspiel der digitalen Vernetzung, die seinen Höhepunkt darin findet, dass wir unbeschwert in Freiheit, Glück und Zufriedenheit leben.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber beim Lesen dieser Worte spüre ich schon das innere Glücksgefühl, dass mir so ein gut geöltes Business bringt.

Sehen wir uns den wirklichen Alltag eines digitalen Unternehmers an

Ich spule ein paar Jahre zurück …

Wie besessen saß ich vor meinem Laptop und arbeitete tief versunken vor mich hin. Eine schwüle Nacht auf einer kleinen Insel in Malaysia, auf der ich mich schon seit einigen Tagen aufhielt.
Es war sicher schon 3 Uhr früh und draußen hörte man nur gelegentlich die Geräusche aus den umliegenden Palmen, die das Areal säumten.

Aber wen kümmert die Zeit, wenn man im Flow ist?!

Angetrieben vom inneren Feuer des Enthusiasmus arbeitete ich schon seit Stunden an meiner allerersten Website. Nur wenige Menschen spüren es so intensiv, wie die kreativen Denker unter uns.

Es war 2012 und ich hatte erst vor wenigen Wochen Blut geleckt an dieser Idee.

Da saß ich also mit schleppendem Internet und meinem frisch erstellen Account bei Blogger. Dem WordPress Pendant von Google.

Ich versuchte eine scheinbare Kleinigkeit auf die Beine zu stellen, aber es dauerte eine gefühlte Ewigkeit.

Ich wollte eine Kleinigkeit auf meiner Website verändern und auf einmal vergingen die Stunden wie im Fluge.

Ohne dass ich erkennbare Fortschritte machte.

Nur weil ich die Farbe einer Opt-in Box in meiner Seitenleiste verändern wollte.

Vielleicht kennst du das ja.

So geht es mir eigentlich öfters.

Ich liebe es zu gestalten und zu erschaffen. Am liebsten würde ich den ganzen Tag etwas gestalten.

Seit ich Anfang 2014 mit Projekt Phoenix mein erstes solides Online Business gestartet habe, sind sicher schon tausende Stunden

  • in Recherche
  • der Entwicklung neuer Fähigkeiten
  • sowie dem Durchforsten von Supportforen

vergangen.

Und mein Gott, was habe ich alles gelernt in der Zwischenzeit.

Was großartig ist, denn ich liebe es zu lernen!

Speziell am Anfang ist man noch extrem im Do-it-Yourself Modus. Alles wird selbst gemacht.

Denn eigentlich gibt es ja immer etwas zu tun.

Sales Pages, Cornerstone Content, Newsletter, … Und ja, die hereinfliegende Opt-In Box soll natürlich auch optisch was hergeben.

Hier eine kleine Änderung, da ein wenig gebastelt.

Wie oft habe ich bereits

  • Landingpages neu designed
  • das komplette Theme verändert und
  • mich in den tausend Einstellungsmöglichkeiten verloren, die anfänglich noch vielversprechend aussahen (weil ich die Abwechslung liebe)

weil ich das Gefühl hatte, das ist es jetzt was noch fehlt.

Es gibt ausführliche Studien, die den Unterschied zwischen Farbgebung bei Buttons klar hervorheben.

Sie zeigen aber auch, wie wichtig der Kontext und andere Parameter sind. Die Farbe allein ist nicht wichtig, genauso wenig, wie es auf die Größe ankommt. 😉

Als kreative Denker und Unternehmer werden wir manchmal Opfer unserer eigenen Leidenschaft. Es ist einfach herrlich zu erschaffen.

Noch dazu auf Mausklick.

Deswegen wird dir die unsexy Wahrheit nicht gefallen …

Der Großteil kosmetischer und technischer Optimierungen sind absolut irrelevant und führen dich nur tiefer in den Kaninchenbau

Und da wieder rauszukommen ist nicht immer leicht (frag Alice)

Bei mir lief es meistens so ab:

  1. Ich war nicht zufrieden mit dem Traffic, den meine Website bekam
  2. Also suchte ich nach Informationen, um das zu ändern (weil ich mir mehr Erfolg für mein Business wünsche)
  3. Ich fand heraus, dass ich unbedingt meine Homepage als Landingpage aufbauen sollte
  4. Weil ich nicht sicher war, wie ich das machen muss, also recherchierte ich über das Thema
  5. Ich fand ein Tool, dass dafür geeignet war und probierte es aus
  6. Dazu musste ich mich erstmal ausführlich mit dieser neuen Software beschäftigen
  7. Beim Ausprobieren merkte ich, dass mir noch Content oder Informationen fehlten, die ich brauchte
  8. Also suchte ich nach Informationen …

Man nennt das auch Jak shaving.

In der Mission ein Problem zu lösen wird man immer tiefer in den Strudel hineingezogen, weil sich vorher unbekannte Herausforderungen auftun.

Wir schrauben an den falschen Stellen, wenn wir uns der oberflächlichen Gestaltung anstatt der Substanz widmen

Mit diesem Problem bin ich nicht allein.

Viele erfolgreiche Unternehmer, aus meinem Bekannten- oder Klientenkreis, beklagen sich darüber.

Sie finden keine Zeit für die wichtigen Dinge mehr, weil sie Stunden damit verbringen ein Video richtig auf ihrer Website darzustellen.

Oder sie beschäftigen sich seit Stunden mit der Auswahl des richtigen Tools für die automatisierte Terminfindung für Kundengespräche.

Bei näherer Betrachtung ergibt sich folgendes Bild:

Sie versuchen ein pompöses Schloss zu errichten, wo eine Holzhütte gereicht hätte.

Schloss Disneyland

Es muss nicht immer ein Palast gebaut werden, um eine Unterkunft zu haben

Das Problem: Im Kaninchenbau bemerken sie nicht, wie weit sie bereits vom Weg abgekommen sind.

Das noch größere Problem: Scheinbar “wichtige” Arbeiten wie diese sind komplexe Formen der Selbstsabotage unseres Unterbewussten, die uns von der Tätigkeit abhalten, die uns wirklich vorwärts bringt (aber Angst macht)

Die Folge: Überforderung und Frustration. Weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und das Gefühl hätten, sie müssten noch sooo viel machen und nichts geht weiter.

 

Den meisten ist es nicht bewusst, welchen Preis sie für dieses Verhalten wirklich zahlen und wundern sich dann, wenn der Erfolg ausbleibt.

Es kommt der Zeitpunkt, an dem wir uns proaktiv entscheiden müssen, was für unser Business wirklich von Bedeutung ist

So spannend und aufregend es auch ist, die Welt im Alleingang zu übernehmen.

Irgendwann wird es alleine einfach zu viel.

Wir erschaffen ein weitaus größeres Problem in dem Versuch, alles zu regeln (und regeln zu können).

Die Schattenseite der kreativen Möglichkeiten besteht darin, dass wir reaktiv handeln und den Fokus verlieren.

Häufig glauben wir, dass es an der Verpackung liegt, weshalb unser Produkt nicht so floriert.

Deinem Business Federn in den Arsch zu stecken macht es noch nicht zum Huhn!

Irgendwann einmal wurde es für mich wichtiger, das Design, die Plugins und die Website zu verändern, als den Hebel zu bedienen, der mein Business überhaupt am Leben hielt:

Mehrwert für meine Kunden zu liefern

Mehrwert in Form von gutem, substantiellem Inhalt und herausragenden Dienstleistungen und Produkten.

Es zählt nur ob du liefern kannst. Das ist es was wirklich zählt, der Rest ist nur Kosmetik.

Ich selbst bin oft in diese Falle getappt.

Ich dachte, ich müsste nur die Farben und Wörter etwas aufmotzen und die Kunden würden dadurch kommen.

Häufig war ich ganz enttäuscht, als die gewünschten Erfolge (i. d. R. mehr Kunden, Traffic und Umsatz) ausblieben.

Wie Minimalismus deinem Business wieder auf die Sprünge hilft

Jedes Mal, wenn wir uns mit einem scheinbar kleinen Subprojekt beschäftigen, sollten wir uns daran erinnern wieso es wichtig ist.

Denn ansonsten laufen wir Gefahr, einer weiteren Verlockung des kreativen Chaoten in uns zu erliegen.

“Alles fließt (panta rhei)” – Heraklit

Wenn wir in der Lage sind, uns auf das wirklich wichtige in unserem Business zu konzentrieren, nämlich den kontinuierlichen Aufbau von Substanz (Mehrwert) und Vertrauen, dann bekommen wir den gewünschten Erfolg.

Aber noch viel wichtiger: Wir schaffen Raum, Zeit und Energie für das, was zählt.

Es ist wie der Umstieg von einer “normalen” Festplatte zu einer SSD Festplatte bei meinem Mac.

WUMMM!

Als wenn du von einem Mopedauto auf einen Ferrari umsteigst.

Soweit so gut. Wie hinkommen ist die Frage …

Diese 3 Action Steps kannst du sofort umsetzen

  1. Installiere kein weiteres Plugin mehr für die nächsten 4 Wochen
  2. Wenn ein technisches Problem auftritt, kümmere dich nicht länger als 10 Minuten auf einmal damit und wende dich umgehend an den zuständigen Support
  3. Wenn dir ein Designelement auf deiner Website nicht gefällt, ändere es nur, wenn du einen A/B Splittest einbaust, um die tatsächliche Veränderung des gewünschten Resultats zu messen

Ein Business ist kein Schweizer Uhrwerk. Es wird nie eines sein. Weil es nichts Statisches ist, sondern etwas Lebendiges.

Ein Business wächst, gedeiht, floriert und verändert sich. Fortwährend.

So wie du dich veränderst. Und deine Kunden mit dir. Ohne die Fähigkeit mitzuwachsen wäre dein Business dem Untergang geweiht.

Und bei Kindern können wir immer wieder beobachten, dass es auch manchmal mit Schmerzen verbunden ist, wenn etwas wächst, z.b. wenn sie Zähne bekommen.

Je eher wir uns von der Illusion verabschieden, ein Business kann jemals zum “Set it and forget it” System werden, desto weniger Druck machen wir uns selbst.

Und ohne Druck bekommt Kreativität Raum zur Entfaltung.

Hast du das Gefühl, dass dir die 3 Action Steps helfen dich auf das Wesentliche zu konzentrieren? Wenn ja, dann teile den Artikel auf Facebook und sag der Perfektion den Kampf an.